Elsa Salonen

Kivijumalia

HD video, Scheinwerfer
2019, Dauer 10:23

Vor dem christlichen Zeitalter wurden in Finnland große, ungleichförmige Steine hoch verehrt. Die Macht uralter Steine, und damit die wechselseitige Verflechtung von allem, fand sowohl in finnischen, als auch in Sámi-Traditionen Berücksichtigung. Die Finnen meißelten zum Beispiel kelchförmige Löcher in ihre göttlichen Steine, da sie glaubten, dass das Regenwasser, das sich in den Löchern sammelte, heilende Kräfte habe, oder sie boten Steinen Gaben dar, um eine gute Ernte zu sichern. Die Sámi wiederum brachten ihren heiligen Steinen Opfer, beispielsweise Teile des Fischfangs oder Tierhörner, um guten Fang oder Glück bei der Jagd zu gewährleisten, oder um Rentierherden zu schützen.

Das Video Kivijumalia (Steingötter) basiert auf Archivmaterial der Finnischen Literaturgesellschaft. Mit jahrhundertealten Fotos und Interviews präsentiert es Geschichten über zehn verschiedene heilige Steine – fünf aus finnischen und fünf aus Sámi-Traditionen. 

Dank an:
Zusammenarbeit / Musik: Islaja
Thematische Beratung / Heilige Steine: Das Archiv der Finnischen Literaturgesellschaft und der Finnischen Agentur für Kulturerbe
Thematische Beratung / Sami-Perspektive: Aslak Holmberg, Das Samische Parlament von Finnland, Vorsitzender des Kulturausschusses 2016-2019 und Fotograf Lada Suomenrinne
Ausstellungsansichten: Schwartzsche Villa, Berlin, 2019 / Fotograf: Ludger Paffrath

An der Grenze zwischen den Gemeinden Ruskeala und Harju gibt es einen etwa vier Kubikmeter großen Stein. Eine verstorbene Großmutter erzählte von diesem Stein als einem früheren Opferstein namens Kakrakivi. Früher einmal, als sie noch ein Kind war, war es Brauch, den Geistern dieses Steins Opfergaben zu bringen; Brot, Getreide, Schnaps, Kuchen usw. Aber ich erinnere mich nicht, zu welcher Jahreszeit und zu welchem Zweck.

Harlu, Juvonen Edvard, 1937